Das Narrativ des Unternehmens neu schreiben

Es zeigen sich immer größere Risse in der grauen Wolkendecke unserer Arbeitskultur und des Fachkräftemangels – die Sonne darf endlich wieder durchblitzen. Warum?
Weil wir 2023 die Narrative unserer Unternehmen neu schreiben.
Freuen Sie sich auch schon auf die Bewerbungen von zahlreichen weiblichen Fachkräften in MINT? Sind Sie auch bereit, endlich mehr Freiheit im Kopf zu haben statt unter Zeitknappheit zu arbeiten? Sind Sie bereit, statt Pausen Engagement zu promoten? Um ein Gefühl dafür zu bekommen, was sich ändern soll, muss man zuerst identifizieren, was nicht gut läuft. In diesem Artikel beleuchten wir die 5 gängigsten gut gemeinten Aussagen, die 2023 einer neuen Arbeitskultur Platz machen dürfen um Freiraum zu schaffen, damit Ihr Unternehmen das eigene Narrativ neu schreiben kann.

Sie wollen Ihre Unternehmensgeschichte neu schreiben? Achten Sie auf diese 5 hartnäckigen Narrative.

Frau beim Ausruhen

Die Burnout Floskel: „Wenn du nicht Pause machst wirst du noch ausbrennen“

Viel zu oft habe ich diesen Satz gehört. Folgsam habe ich meine Pausen eingehalten – angefühlt hat es sich wie die Hölle. Dann dachte ich irgendwann dass Pausen notwendig wären um nicht auszubrennen, also habe ich mehr und mehr Pausen gemacht, bis ich irgendwann liegengeblieben bin, weil ich mir so lange eingeredet hatte, dass ich sie brauche.

Mittlerweile weiß ich, dass es nicht die Pausen sind, die das Antidot zum Burnout darstellen, sondern diesen oftmals verstärken. Wenn eine hochengagierte Person ihr eigenes Engagement plötzlich als Problem auffasst, und meint ihr Drive und die eigene Motivation würden sie in den Burnout treiben, wird die interne Realität als Gefahr dargestellt und das Hirn weiß nicht mehr aus.

Dabei sind Engagement und Erfüllung im eigenen Beruf, die Identifizierung mit der Mission und der Vision des Teams und eine gehörige Portion Selbständigkeit der Antidot zum Burnout. Achten Sie also auf diese Aussage innerhalb Ihres Unternehmens, denn Burnout hängt nicht von den Pausen ab – sondern von der Beziehung die man zu sich selbst im Beruf hat.

Frauen beim Coden

Die „Es bewerben sich keine Frauen in MINT“ Geschichte

Dieses Narrativ beschäftigt derzeit die meisten Unternehmen in MINT. Oftmals schweift diese Unterhaltung dann rasch ab und es geht darum „früher anzusetzen“, „Im Kindergarten schon“, die Verantwortung für das derzeitige Problem wird an die Erziehungsberechtigten abgegeben und man wirft die Hände hilflos in die Luft.

Der Grund dafür, dass diese Beobachtung derzeit gemacht wird ist der Schnitt der weiblichen zu männlichen Bewerbungen in MINT – der liegt derzeit bei ungefähr 1:10 – also auf 10 männliche Bewerbungen kommt eine weibliche. Das Narrativ stellt sich derzeit Unternehmen in den Weg diese eine Bewerbung wertzuschätzen und zu untersuchen, was bei dieser einen Bewerbung geklappt hat, um diesen Erfolg zu replizieren, denn er wird gedanklich auf 0 reduziert.

Wie würden die Jobausschreibungen aussehen, wenn Sie am Markt das Unternehmen hätten, bei dem sich Frauen in MINT bewerben? Wie würde sich das Narrativ Ihres Unternehmens ändern wenn Sie die eine Bewerbung als noch einen Erfolg anerkennen würden statt als Grund dafür, gender-neutrale Erziehung zu diskutieren? Packen Sie’s 2023 an – und zwar bei Ihnen statt bei den Kindergärten.

Das Narrativ der Zeit

„Es hat eben Zeit gebraucht, bis ich als Frau im Job ernst genommen wurde“ – das Narrativ der Zeit

So hat unlängst eine Architektin, die sich in Mallorca selbständig gemacht hat, Ihren Kampf um den Respekt ihrer männlichen Kollegen beschrieben.

Ich habe ihr folgendes mitgegeben: „Ich möchte dich hier auf etwas aufmerksam machen. Was es gebraucht hat war nicht Zeit. Zeit hatte mit dem Respekt, den du dir verdient hast, nichts zu tun. Was es gebraucht hat, war dass du es geschafft hast, dass diese Männer ihre Meinung über dich geändert haben – und das hast alleine du mit deiner Kompetenz zu verantworten. Es hat nicht Zeit gebraucht: das warst du.“

Solange in Unternehmen die Zeit im Zentrum des Geschehens steht, bleiben wir der Zeit verschrieben – und ein Unternehmen, das unter der Geschichte der Zeitknappheit agiert, agiert meist hastig und unüberlegt. Zeit ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass wir glauben wir hätten sie nicht und es bräuchte mehr davon. Sie wollen auch mehr Zeit haben? Dann schauen Sie sich unbedingt bei meinen kostenlosen Ressourcen die Anleitung „Mehr Zeit haben – in 3 Schritten“ an!

Business Professional Frau

Das Messlatten Narrativ des Unternehmens neu schreiben – „Du bist nur so gut wie dein Ergebnis“

Solange das Narrativ des Unternehmens die eigenen Mitarbeiter:innen an den Ergebnissen der Arbeit misst, solange werden sich auch die Mitarbeiter:innen ihren Selbstwert an den Arbeitsergebnissen anhängen. Doch das wichtigste Kapital jedes Unternehmens sind die Gehirne ihrer Mitarbeiter:innen – nicht die Arbeitsergebnisse. Es darf und soll eine Entkoppelung der Wertung der Mitarbeiter:innen vs. deren Arbeitsergebnisse stattfinden. Dazu müssen diesen zwei Komponenten getrennt voneinander gewertet und im Unternehmen gewichtet werden. Wertschätzung bedeutet eben mehr als Bonusauszahlungen und gutes Arbeitsfeedback.

Frau bei der Arbeit

Der gut gemeinte Ratschlag „Du musst lernen, Nein zu sagen“

Warum fällt uns Nein-sagen so schwer? Weil wir dazu erzogen wurden, zu denken dass es unhöflich ist, Nein zu sagen. Und jetzt sollen wir es auf einmal in der einen Umgebung, in der wir unsere Mitmenschen am laufenden Band beeindrucken wollen, wo uns gesagt wird wie wichtig es ist, sich anzupassen und einzufügen, lernen?

Nein. So nicht.

Einfach zu lernen wie man „nein“ sagt, ohne sich damit auseinanderzusetzen was dazugehört ist nicht zielführend. So muss man sich laufend dazu zwingen, das „Unhöfliche“ zu tun, und hört bald mal wieder damit auf. Erstmal will also gelernt sein, Nein zu spüren, zu ehren und sich seiner Gründe für das Nein bewusst zu werden, sie zu schätzen UND sie zu lieben, bevor es darum gehen kann wie man tatsächlich Nein sagt. Nur so erstellt man für sich die interne Sicherheit, die dazu führt, dass man sich in seinen Aussagen sicher fühlt – auch wenn die Aussage „Nein“ ist, und nur so schafft es Ihr Unternehmen das eigene Narrativ mit der Feder der Selbstermächtigung neu zu schreiben.

Fazit

Viel braucht es nicht, um das Narrativ des Unternehmens neu zu schreiben. Die Erkenntnis darüber, wieso solche und andere Aussagen Ihrer Unternehmenskultur schaden ist der erste Schritt in Richtung Erstellung einer neuen, positiveren Firmengeschichte.

KatWolf Coaching

Als zertifizierter Coach und langjährige Unternehmensberaterin zeige ich Frauen in MINT Berufen, wie man berufliche Erfüllung selbst erstellt und dabei sein eigener bester Coach wird.

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Trainingsserie

In 8 Trainingseinheiten für die Gruppe (bis 10 Frauen) zu je 180min (inkl. Live-Coaching) wird eine neue Beziehung zu Zeit, dem Beruf und unseren Zielen erarbeitet. Jede Teilnehmerin erhält zusätzlich 4 x Einzelcoachings.

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1:1 Coaching

Über 8 Einheiten hinweg wird jede der 10 Teilnehmerinnen im Rahmen der individuellen Problemlösung zum eigenen besten Coach.